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Konzert und Lesung

Sonntag, 13. Februar 2022, 16 Uhr

Die wilden goldenen Jahre in Berlin

Musikalische Unterhaltungskunst der Weimarer Zeit von jüdischen Dichtern und Komponisten mit Berliner Texten jüdischer Schriftsteller*innen

Volker Perret, Bariton; Christiane Schmidt, Mezzosopran und Lesung, Andrea Schwager, Klavier

Gemeindehaus der Stiftskirchengemeinde Schildesche, Johannisstr. 13, 33611 Bielefeld

Eintritt frei

 

Lesung und Gespräch

Donnerstag, 24. Februar 2022, 19 Uhr

Vergiftetes Denken
Allianzen der stramm national gesinnten Männer vom Kaiserreich bis zum NS-Staat.
Eine Fallstudie zu Bernhard Bavink

Referent: Wolfgang Kellner

Haus der Kirche, Markgrafenstr. 7, Bielefeld

Wolfgang Kellner zeichnet in seinem Buch ein faszinierendes Bild des „vergifteten Denkens“ der geistigen Wegbereiter des NS-Staates. Antisemitismus, Rassenideologie und „Biologisierung“ der Politik waren wesentliche Diskurse der „stramm national gesinnten Männer“.
Bernhard Bavink war Zeuge und Akteur in dieser Zeit. Im Buch ist die komplexe Mehrdimensionalität seines Denkens und Handelns dargestellt.

Denkweisen aus der Wilhelminischen Zeit, übernommen in der Weimarer Zeit und von der nationalsozialistischen Ideologie radikalisiert, sind nach Auffassung des Autors seit dem Zusammenbruch des „Dritten Reiches“ nicht verschwunden. Sie sind heute noch als Spurenelemente im politischen Diskurs zu finden.

Wolfgang Kellner ist Diplom-Verwaltungswirt und war dreizehn Jahre lang hauptamtlicher Bürgermeister seine Heimatstadt Leer/Ostfriesland. Er veröffentlichte 2017 eine Studie zur Rolle der Kommunen und ihrer Führungskräfte im NS-Staat. Er ist Vorsitzender der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Ostfriesland.

 

 

 

 

 

 

Das Motto der Woche der Brüderlichkeit 2022 lautet „Fair Play – Jeder Mensch zählt“. Mit der Buber-Rosenzweig-Medaille werden Peter Fischer, Präsident von Eintracht Frankfurt und der Verband MAKKABI Deutschland e.V. für ihr Engagement gegen Antisemitismus und Rassismus ausgezeichnet.

Festveranstaltung zur Woche der Brüderlichkeit in Bielefeld

Fair play - Jeder Mensch zählt.

Sonntag, 13. März 2022, 11.30 Uhr

Begrüßung: Manfred Sewekow

Grußwort: Oberbürgermeister Pit Clausen

Vortrag: Lars Philipp, Deutsches Fußballmuseum Dortmund

Fußball zieht weltweit Millionen von Menschen in seinen Bann. Dabei verbindet er spielerisch Menschen aller Bevölkerungsschichten und über Ländergrenzen hinweg. Fußball überwindet soziale, kulturelle oder religiöse Unterschiede. Doch ist Fußball auch ein Spiegelbild der Gesellschaft in dem Antisemitismus oder Rassismus zu Tage treten.

Wie kann Fußball als thematischer Türöffner zur Bildungsarbeit gegen Diskriminierungen nutzbar gemacht werden? Wie kann Fußball zur Erinnerung gegen das Vergessen beitragen?

Lars Philipp hat Sozialwissenschaften und Pädagogik an der Bergischen Universität Wuppertal studiert und war gut 15 Jahren als selbstständiger politischer Bildner in verschiedenen Bereichen tätig. Er entwickelt Formate für Bildungsträger, konzipiert Vermittlungs- und Bildungsworkshops und bildet Multiplikator*innen fort. Seit März 2019 leitet er das Bildungsprogramm im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund.

 

 

 

Neues Rathaus, Großer Sitzungssaal

 

Lesung und Gespräch

Antisemitismus: Eine deutsche Geschichte. Von der Aufklärung bis heute

Peter Longerich

Mittwoch, 16. März 2022, 19 Uhr

Haus der Kirche, Markgrafenstr. 7, 33605 Bielefeld

Der Anschlag auf die Synagoge in Halle 2019 hat nicht nur gezeigt, wie gefährlich die Lage für Juden in Deutschland geworden ist – die Debatte hat auch offengelegt, dass antijüdische Einstellungen schon lange in der Mitte der Gesellschaft existieren. Peter Longerich, renommierter Historiker und Mitautor des 2012 veröffentlichten ersten Antisemitismusberichts des Deutschen Bundestags, zeigt, dass wir den gegenwärtigen Antisemitismus in Deutschland nicht begreifen können, wenn wir ihn vor allem als Sündenbock-Phänomen verstehen, wie es hierzulande in Schule und Hochschule gelehrt wird. Denn der Blick in die Geschichte offenbart, dass das Verhältnis zum Judentum bis heute vor allem ein Spiegel des deutschen Selbstbildes und der Suche nach nationaler Identität geblieben ist. Ein brisantes Buch, das mitten in die aktuelle Debatte stößt.

 

Peter Longerich, geboren 1955, lehrte als Professor für moderne Geschichte am Royal Holloway College der Universität London und war Gründer des dortigen Holocaust Research Centre. Von 2013 bis 2018 war er an der Universität der Bundeswehr in München tätig. Er war einer der beiden Sprecher des ersten unabhängigen Expertenkreises Antisemitismus des Deutschen Bundestags und Mitautor der Konzeption des Münchner NS-Dokumentationszentrums. Seine Bücher über die »Politik der Vernichtung« (1998) und ihre Resonanz in der deutschen Bevölkerung, »Davon haben wir nichts gewusst!« (2006), sind Standardwerke. Seine Biographien über »Heinrich Himmler« (2008), »Joseph Goebbels« (2010) und »Hitler« (2015) fanden weltweit Beachtung. Zuletzt erschienen: »Wannseekonferenz« (2016).

 

Vorträge und Gespräch

 Donnerstag, 24. März 2022, 17 - 21 Uhr

Pessach und Ostern – Befreiung zum Leben!

Ein Gespräch zwischen der Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg (Hameln) und der römisch-katholischen Theologin Dr. Esther Brünenberg-Bußwolder (Steinfurt) mit anschließender Diskussion

Pfarrkirche Heilig Geist, Spandauer Allee 48, 33619 Bielefeld

 

Das christliche Osterfest und das jüdische Pessachfest sind eng verwandt – wie Geschwister und doch verschieden. 2022 feiern die Christen der Westkirche am 14. April Gründonnerstag mit dem „Letzten Abendmahl“, am 15. April beginnt das jüdische Pessachfest. Aber sind es die gleichen Feste? Welche Verbindungslinien gibt es zwischen Pessach, Abendmahl und Ostern?

Rabbinerin Dr. Ulrike Offenberg (Hameln) wird in das jüdische Pessachfest einführen und dabei einen besonderen Akzent auf den Sederabend legen.

Warum Ostern nur mit der alttestamentlich-jüdischen Theologie gefeiert werden kann und welche Bedeutung die Exodusgeschichte für das Verständnis und die Feier des Gründonnerstag hat, wird Dr. Esther Brünenberg-Bußwolder (Steinfurt) referieren.

 Im Anschluss schließt sich ein Dialog der beiden Referentinnen und eine Diskussion mit dem Publikum an.

 Veranstalter: Katholisches Bildungswerk kbw in Kooperation mit u.a. der GCJZ Bielefeld

 

Jüdische Perspektiven auf das Christentum
Einladung zur digitalen Studientagung des DKR am 22., 24. und 31. März 2022 (Flyer zum Download)
In den Jahrzehnten nach der Schoa hat sich in Teilen der christlichen Kirchen und Theologien schrittweise ein neuer Blick auf das Judentum etabliert. Dies fand Niederschlag in bedeutenden Erklärungen wie „Nostra Aetate“ des Zweiten Vatikanischen Konzils (1965) oder dem evangelischen Rheinischen Synodalbeschluss „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“ (1980). Trotz zahlreicher Rückschläge, die den christlich-jüdischen Dialog immer wieder belasten, ermöglichten diese christlichen Erklärungen und das daraus resultierende geänderte Denken und Handeln ein neues Vertrauensverhältnis von Jüdinnen:Juden gegenüber Christ:innen und der christlichen Religion.

Diese Bemühungen der Kirchen und Theolog:innen um ein neues Verhältnis zur jüdischen Religion wurden und werden auch von jüdischer Seite gewürdigt, wie die internationalen Erklärungen „Dabru Emet“ (2000), „Den Willen unseres Vaters im Himmel tun: Hin zu einer Partnerschaft zwischen Juden und Christen“ (2015) und „Zwischen Jerusalem und Rom“ (2016/2017) zeigen.
 
Die Referenten Rabbiner Prof. Dr. Walter Homolka, Rabbiner Dr. Jehoschua Ahrens und Rabbiner Arie Folger blicken an drei Abenden auf Jesus und das Christentum seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert. Dabei liegt der besondere Fokus auf den jüdischen Verhältnisbestimmungen zum Christentum seit der Jahrtausendwende, die angesichts der langen christlichen „Lehre der Verachtung“ (Jules Isaac) gar nicht hoch genug einzuschätzen sind. Abschließend diskutieren Rabbiner Arie Folger und Pfarrer i.R. Friedhelm Pieper darüber, welche Impulse diese neuen Perspektiven für die jüdische Theologie und den jüdisch-christlichen Dialog haben.

 

Gedenkveranstaltung am 80. Jahrestag der Warschau-Deportation vom 31. März 1942
Donnerstag, 31. März 2022, 18 Uhr,
Mahnmal vor dem Hauptbahnhof Bielefeld

Nur ein Deportierter des 31. März 1942 hat die Shoah überlebt. Wir lesen die Namen der übrigen Deportierten und erinnern an ihre Ermordung durch Hunger im Warschauer Ghetto, durch Motorabgase in Treblinka, durch Erschießung in den Lagern Trawniki und Poniatowa.
Jede(r) ist herzlich eingeladen, an der Gedenkveranstaltung teilzunehmen, spontan eine Seite vorzulesen oder einfach zuzuhören.

(Veranstaltergemeinschaft)

 

Bielefelder Tag der Erinnerung

Montag, 4. April 2022, ab 19 Uhr als ZOOM-Meeting

Am 4. April 1945 ist Bie­le­feld vom Na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­freit wor­den – zu die­sem An­lass fin­det jähr­lich seit 2019 der Tag der Er­in­ne­rung als of­fe­nes Fo­rum für „Er­in­ne­rungs­kul­tur“-Ak­teu­re und alle in­ter­es­sier­ten Bür­ge­rin­nen und Bür­ger statt.

Am Mon­tag, den 4. April 2022 fin­det der diesjährige “Tag der Er­in­ne­rung” statt. Er­neut bie­tet die Mes­se “Er­in­ne­rungs­kul­tur in Bie­le­feld” den ak­ti­ven In­itia­ti­ven, Ver­ei­nen und In­sti­tu­tio­nen in Bie­le­feld sich vor­zu­stel­len, aus­zu­tau­schen und mit der Öffent­lich­keit in Kon­takt zu tre­ten.

Als Rah­men­pro­gramm wer­den der Film von Det­lev Ha­mann “Spu­ren­su­che und Zeit­zeu­gen § 175” so­wie Se­quen­zen des Thea­ter­stücks “Mar­tha – Ge­schich­te ei­ner Bie­le­fel­der Jü­din” von Cor­ne­lia Röss­ler und Franz Pott­hoff ge­zeigt.

Alle In­ter­es­sier­ten sind herz­lich zur Teil­nah­me, zum Ken­nen­ler­nen und zum Aus­tausch ein­ge­la­den.

Veranstaltungsflyer (PDF)

 

Ausstellung  "Nichts war vergeblich. Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus"

VHS, Ravensberger Park, Kleiner Saal (Montag - Samstag 10 - 18 Uhr; Sonntag 11 - 17 Uhr)

Samstag, 30. April (im Rahmen der Nachtansichten) bis Freitag, 3. Juni

Eröffnungsveranstaltung: Mittwoch, 5. Mai 2022, 18 Uhr

Einführungsvortrag: Thomas Altmeyer, Frankfurt

Thomas Altmeyer vom Studienkreis Deutscher Widerstand wird die Ausstellung „Nichts war vergeblich. Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ eröffnen.

Die Ausstellung zeigt 18 Biografien von Frauen, die sich in vielfältiger Weise gegen das Naziregime aufgelehnt haben und „widerständig“ waren. Die Lebensläufe dieser Frauen räumen mit der Vorstellung auf, dass nur Männer im Widerstand aktiv waren und Frauen eine nebensächliche, dienende Rolle gespielt hätten. Die Biografien erzählen Geschichten von mutigen und eigenständig handelnden Frauen. Einige von ihnen sind einer größeren Öffentlichkeit bekannt, wie beispielsweise die Autorin Erika Mann oder die Kriegsfotografin Gerda Taro, viele der Frauen sind in der öffentlichen Wahrnehmung aber kaum präsent.

Die Ausstellung ist vom 30. April bis 1. Juni 2022 zu den Öffnungszeiten der VHS zu sehen.

Zur Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm (Flyer zum Download).

(Veranstaltergemeinschaft)

 

Vortrag und Gespräch

Donnerstag, 23. Juni 2022, 19 Uhr

Anmerkungen zum neuen Streit über den Holocaust

Referent: Prof. Norbert Frei

VHS, Ravensberger Park, Historischer Saal

Prof. Norbert Frei setzt sich in seinem Vortrag mit dem sogenannten „Historikerstreit 2.0“ auseinander, der ins Zentrum dessen zielt, worum der „Historikerstreit 1.0“ vor dreieinhalb Jahrzehnten kreiste: um die Frage nach der Bedeutung des Holocaust in der Geschichte und für die Zukunft dieses Landes. "Offenkundig stört die überragende Aufmerksamkeit, die der Judenmord in den vergangenen etwa drei Jahrzehnten in Deutschland wie in der gesamten westlichen Welt gefunden hat. Sie soll nun – und darin liegt die gleichsam umgekehrte Parallele zum ersten Historikerstreit – relativiert werden, um Platz zu schaffen für bisher zu wenig Beachtetes." Das Gedenken an den Holocaust und seine Einordnung als Zivilisationsbruch wird als neuer "Katechismus" (Dirk Moses) der Deutschen gebrandmarkt, der die Aufarbeitung des Kolonialismus verdrängt.

Norbert Frei resümiert dagegen: "Ziel ist vielmehr die Etablierung neuer Regeln: Der Holocaust soll „kontextualisiert“, Antisemitismus soll als bloße Unterform eines allgegenwärtigen Rassismus verstanden werden, und keinesfalls darf weiterhin die Einsicht gelten, dass Antisemitismus sich als Antizionismus verkleiden kann."

Norbert Frei gehört zu den renommiertesten Historikern der Bundesrepublik. Er ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und leitet das Jena Center Geschichte des 20. Jahrhunderts.

(Veranstaltergemeinschaft)

 

Mittwoch, 10. August

Halbtagesfahrt nach Minden

mit Führung durch die Ausstellung „Jüdisch? Preußisch? Oder was?“ im Preußenmuseum (14.30 Uhr)

Wer sollte und durfte in Preußen jüdisch sein? Die Ausstellung blickt zurück auf die Verflechtungsgeschichte von Jüdinnen und Juden mit der preußischen Gesellschaft. Dabei stellt sie Fragen nach Zugehörigkeit, Herkunft und Diversität, die auch heute noch relevant sind und in den aktuellen gesellschaftspolitischen Diskurs führen. Der Titel ist daher bewusst offen formuliert, denn die Ausstellung möchte Fragen aufwerfen, statt vermeintlich eindeutige Antworten zu liefern.