Unsere Veranstaltungen

Das aktuelle Halbjahresprogramm auch als pdf zum Download!

Lesung
Donnerstag, 9. Juli 2026, 19 Uhr
“Sich fragen heißt lügen: Erich Mühsam”
Ulrich Kirchhoff und Holger Jenrich
Ev. Stiftskirchengemeinde Schildesche
Johannisstr. 13, 33611 Bielefeld
Eintritt frei


Er war Schriftsteller und Publizist, Jude und Revolutionär, Antimilitarist und Anarchist.
Den Nationalsozialisten war Erich Mühsam verhasst. Sie verbrannten seine Schriften und ermordeten ihn im Konzentrationslager Oranienburg.
Heute sind seine spitzzüngigen Verse, seine kämpferischen Schriften und sein politisches Wirken nur noch Wenigen bekannt.
Ulrich Kirchhoff und Holger Jenrich wollen das ändern. Zum Jahrestag seines Todes – die Nazis machten seinem Leben am 10. Juli 1934 ein Ende – erlauben sie sich eine Verbeugung vor Erich Mühsam mit Gedichten, Gesang und politischer Propaganda.

Ulrich Kirchhoff, lange Jahre Lehrer an allgemeinbildenden Schulen und Dozent in der Erwachsenenbildung für Philosophie und Literatur. Lebt in Lüchow-Dannenberg
Holger Jenrich, gelernter Tageszeitungsredakteur, Buchautor und Publizist. Lebt in Hannover und Lüchow-Dannenberg
Veranstalter: GCJZ gemeinsam mit der Stiftskirchengemeinde Schildesche

Tagesfahrt
Dienstag, 14. Juli
Celle


Herzliche Einladung zu einer Tagesfahrt nach Celle mit Führung durch die älteste erhaltene Fachwerksynagoge in Niedersachsen, die wieder von der Jüdischen Gemeinde genutzt wird. Das Nachbarhaus ist als Museum hergerichtet.
Nach der Führung besteht noch die Gelegenheit zu einem gemeinsamen Kaffeetrinken und einem Bummel durch die schöne Altstadt.
Treffpunkt: 10.20 Uhr in der Bahnhofshalle
Rückkehr gegen 19.30 Uhr in Bielefeld
Keine Kosten
Anmeldungen an cjzbi@web.de

Lesung
Donnerstag, 24. September 2026, 19 Uhr
“Israelis in Berlin nach dem 7. Oktober”
Autorin: Andrea von Treuenfeld, Berlin
Haus der Kirche, Markgrafenstr. 7


Tausende Israelis leben heute in Berlin. Mit einigen von ihnen hat Andrea von Treuenfeld für dieses Buch gesprochen und diese Gespräche in biografische Erzählungen gefasst. Sie kamen der Ausbildung oder des Partners wegen, auf der Suche nach einer neuen Herausforderung, nach Arbeitsmöglichkeiten oder aus ganz anderen Gründen. Und aus geplanten Monaten sind bei einigen inzwischen zehn oder zwanzig Jahre geworden. Israelis sind sie geblieben, aber der zweite Pass ist jetzt oftmals ein deutscher. Die Geschichte Deutschlands, die auch manchmal die ihrer Vorfahren ist, kennen sie selbstverständlich, aber sie bestimmt meist nicht ihren Alltag. Der ist häufig vielmehr geprägt durch ein Gefühl der Freiheit – von ihrem Heimatland, den dortigen Zwängen, den Anspannungen, der Unsicherheit. Ihr Dasein hier erleben sie als offen, divers und liberal.

Veranstalter: GCJZ gemeinsam mit der Erwachsenenbildung im Ev. Kirchenkreis Bielefeld

Dienstag, 29. September 2026, 19 Uhr
“Die neue autoritäre Linke”
Nicholas Potter
VHS, Historischer Saal, Ravensberger Park 1


Sie gibt sich progressiv, tritt aber seit dem Angriff der Hamas auf Israel zunehmend demokratiefeindlich auf: die neue autoritäre Linke. Mit dogmatischem Eifer deutet sie radikalislamistische terroristische Gewalt zum dekolonialen Widerstand um. Propaganda und Desinformation autokratischer Regime oder zweifelhafter „Alternativmedien“ nimmt sie bereitwillig auf. Wer widerspricht, gilt schnell als Feind, gegen die Presse schürt sie Hass bis hin zu Mordaufrufen.
Nicholas Potter ist Journalist und Redakteur bei der “taz”. Seine Artikel sind auch in Zeitungen wie dem “Tagesspiegel” und der “Jüdischen Allgemeinen” erschienen, im Ausland u.a. in “The Guardian” und “Haaretz”. 2024 wurde er für den Theodor-Wolff-Preis, 2025 für den Deutschen Reporter:innenpreis nominiert.

Veranstalter:
VHS gemeinsam mit der GCJZ, der DIG, dem BgA und der Jüdischen Kultusgemeinde, im Rahmen der Reihe „anti:semitismus. Das Gerücht über die Juden“

Foto: Olga Blackbird

Vortrag und Gespräch
Dienstag, 6. Oktober 2026, 19 Uhr
“Die Juden- und Dissidentenregister in Westfalen-Lippe”
Referent: Uwe Standera, Bielefeld
Gemeindehaus der Stiftskirchengemeinde, Johannisstr. 13, 33611 Bielefeld


2017 begann die Online-Erschließung der Juden- und Dissidentenregister, die für das 19. Jahrhundert für Westfalen und Lippe in einem Umfang wie in anderen Regionen nur selten anzutreffen sind und ab 1809/1815 in rund 900 Registerbänden vorliegen. Das gemeinsame Projekt des Landesarchivs in Detmold (LAV NRW OWL), des Vereins für Computergenealogie e.V. (CompGen) und der Westfälischen Gesellschaft für Genealogie und Familienforschung (WGGF) konnte Anfang 2026 abgeschlossen werden. Ohne die umfangreiche Mithilfe zahlreicher ehrenamtlicher Mitwirkenden hätte das Projekt nicht durchgeführt werden können.
Über die Seite https://des.genealogy.net/juwel/search/index sind jetzt die Geburts-, Hochzeits- und Sterbeeinträge der jüdischen Gemeinden Westfalens bis 1874 online recherchierbar.
Die Tiefenerschließung der westfälischen Juden- und Dissidentenregister ist nicht nur den Nachkommen und Angehörigen weltweit eine Erleichterung ihrer privaten Familienforschung, sondern sie ist auch für die Landes- und Ortsgeschichte bedeutsam.
Im Vortrag wird nicht nur der Bestand der Juden- und Dissidentenregister der Provinz Westfalen sowie des Fürstentums Lippe vorgestellt, sondern auch seine Nutzungsmöglichkeiten durch die Onlinedatenbank der Judenregister in Westfalen-Lippe, kurz JuWeL genannt, gezeigt.

Veranstalter: GCJZ gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft für Genealogie im Historischen Verein für die Grafschaft Ravensberg und dem Heimatverein Schildesche

Vortrag und Gespräch
Dienstag, 3. November 2026, 19 Uhr
“Die Abschottung der Welt”
Als Juden vor verschlossenen Grenzen standen
Susanne Heim
VHS, Murnau-Saal, Ravensberger Park 1


In Deutschland drangsaliert und verfolgt, versuchten viele Juden verzweifelt, sich ins Ausland zu retten. Doch potenzielle Zufluchtsstaaten schlossen ihre Grenzen und schotteten sich mit jeder weiteren deutschen Expansion stärker ab. Susanne Heim hat erstmals systematisch untersucht, welche perfiden Barrieren die freien Länder der Welt gegen die Flüchtlinge errichteten. Ihr anschaulich erzähltes Buch führt eindringlich vor Augen, warum nur so wenigen Juden die Flucht gelang – bis der NS-Staat die Emigration verbot und den Massenmord organisierte.
Susanne Heim, Historikerin und Politikwissenschaftlerin, war Projektleiterin der wissenschaftlichen Edition “Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933 bis 1945”, Gastprofessorin in Wien und hat an einschlägigen Institutionen und Archiven in Jerusalem, Washington, Cincinnati und New York geforscht.

Veranstalter:
VHS gemeinsam mit der GCJZ, der DIG, dem BgA und der Jüdischen Kultusgemeinde, im Rahmen der Reihe „anti:semitismus. Das Gerücht über die Juden“
Foto: Adrienne Gerhäuser

Gedenkveranstaltung
Montag, 9. November 2026, 17.00 Uhr
Gedenkveranstaltung am Standort
der ehemaligen Synagoge, Turnerstraße 5,
und anschließend im Großen Saal des Neuen Rathauses


Zur Erinnerung an den Judenpogrom in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 richtet die Stadt Bielefeld zusammen mit Bielefelder Schulen, der Jüdischen Kultusgemeinde, der Evangelischen und Katholischen Kirche, der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft diese jährliche Gedenkveranstaltung aus.

Foto: Stadtarchiv Bielefeld Bestand 400,3 /Fotosammlung, Nr. 14-902-41

Vortrag und Gespräch
Mittwoch, 25. November 2026, 19 Uhr
Biographische Miniaturen
“Die Denkerin”
Hannah Arendt und ihr Jahrhundert
Susanne Heim
VHS, Murnau-Saal, Ravensberger Park 1


Hannah Arendt ist die Denkerin des 20. Jahrhunderts. In ihren Schriften wie in ihrem Leben spiegeln sich die tiefgreifenden Erschütterungen dieser Zeit: Aufstieg und Fall totalitärer Regimes, Flucht- und Fremdheitserfahrungen, aber auch hoffnungsvolle Neuanfänge prägten ihr gesamtes Denken. Doch Arendt wollte nicht nur berichten und bezeugen, sondern begreifen. Wie keiner zweiten gelang es ihr, die radikalen Brüche, existenziellen Verlusterfahrungen und unverhofften Chancen des dramatischen 20. Jahrhunderts zu verstehen – und zu leben.

Grit Straßenberger ist Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.

Veranstalter:
VHS gemeinsam mit der GCJZ, der DIG, dem BgA und der Jüdischen Kultusgemeinde, im Rahmen der Reihe „anti:semitismus. Das Gerücht über die Juden“

Foto: Barbara Niggl Radloff

Bereichernde interreligiöse

Treffen

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